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Betreffend Islamophobie-Debatte Drucken E-Mail
Geschrieben von J-Comm   
Saturday, 16. January 2010

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Vier ausgezeichnete Artikel zur Islamophobie-Debatte

  1. Debatte über Islamophobie Peinlicher Aufklärungsunterricht (Von Reinhard Mohr)
  2. Abwegige Parallelen Wenn Islamophobie und Antisemitismus in einem Topf landen  (Von Prof. Julius H. Schoeps)
  3. Ein Hetzer ohne Ahnung (Von Ulrich W. Sahm)
  4. Im Ententeich – Redaktionsblog  Das Behagen an der Unkultur (Von Thierry Chervel)

Lesen Sie weiter:

1) Debatte über Islamophobie Peinlicher Aufklärungsunterricht (Von Reinhard Mohr)

Mehr Selbstverachtung und Realitätsverlust war selten: In deutschen Feuilletons tobt eine neue Debatte über den richtigen Dialog mit dem Islam. Kurioserweise werden dabei ausgerechnet jene Publizisten als "Hassprediger" bezeichnet, die auf westliche Werte wie Aufklärung und Menschenrechte pochen.” weiter auf spiegel-online lesen

2) Abwegige Parallelen Wenn Islamophobie und Antisemitismus in einem Topf landen  (Von Prof. Julius H. Schoeps)

Derweil durchlebt Europas Zivilgesellschaft schwierige Transformationsprozesse, in der einseitige Schuldzuweisungen alles andere als hilfreich sind. Der "Alte Kontinent" hat den interkulturellen "Lackmus-Test" eben nicht nur mit abendländischen Ethnozentrikern, religiösen Gutmenschen, Künstlern, Anarchisten, schillernden Intellektuellen und passiven Beobachtern zu bestehen. Auch Radikale haben sich vor Ort eingelebt, die Allah und die Scharia um ein Vielfaches dem westlich-demokratischen Werte-Konsens vorziehen. Das macht islamfeindliche Tendenzen keinen Deut besser, aber Ängste und Abwehrhaltungen unter Nicht-Muslimen verständlicher.den Artikel auf juedische.at lesen

3) Ein Hetzer ohne Ahnung (Von Ulrich W. Sahm)

Die „Außenansicht“ eines vermeintlichen Insiders beim Thema Antisemitismus, in der Süddeutschen Zeitung von Wolfgang Benz veröffentlicht, entpuppt sich bei genauem Hinschauen als eine ungeheuerliche, geradezu antisemitische Hetze.
Hätte Benz sich darauf beschränkt, einen offenbar angeborenen Fremdenhass gegen Juden mit Fremdenhass gegen Türken und andere „Ausländer“ zu analysieren, hätte man mögliche Parallelen vielleicht durchgehen lassen können. Dem „Juden raus“ folgte in den sechziger Jahren das „Türken raus“.

Xenophobie ist ein weltweit verbreitetes Phänomen, kulturübergreifend und in jedem Fall gefährlich.
 
Doch der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin geht weit über dieses von ihm nicht einmal erwähnte Phänomen hinaus. Benz sollte bekannt sein, dass der Antisemitismus, der Hass auf Juden, nicht erst von dem „renommierten deutschen Historiker und populären Publizisten“ Heinrich von Treitschke (1834 - 1896) erfunden worden ist. Auch die notorische Hassschrift des zaristischen Geheimdienstes, die "Protokolle der Weisen von Zion", stehen nicht am Anfang einer „Überfremdungsangst“, sondern eher am Ende einer Entwicklung, die wenig später zu Auschwitz führte. Benz scheint weder Martin Luthers Spätschrift „Von den Lügen der Jüden“ zu kennen, noch die antijüdische Hetze der Kirchenväter des vierten Jahrhunderts, als die Juden zu „Gottesmördern“ erklärt wurden. Er scheint weder von den mittelalterlichen „Brunnenvergiftern“ noch von den Blutlegenden gehört zu haben, die immer wieder zu grausamen Judenverfolgungen geführt haben, nicht nur der Kreuzfahrer, sondern auch der Spanier während der Inquisition. In all diesen Perioden waren die Juden bestenfalls eine geduldete Minderheit. Sie mussten sich „Schutzbriefe“ mit viel Geld erkaufen, um in engen Ghettos ihr Leben zu fristen. Gleichzeitig waren Juden mit einem „Berufsverbot“ belegt, bis hinein in die Neuzeit. Da Juden kein Land besitzen und Bauern sein durften, waren sie gezwungen, sich intellektuell zu betätigen oder Handel zu treiben. Daraus wurde dann das Gespenst der vermeintlichen „Überfremdung“ in Deutschland, weil eben Heinrich Heine die schönsten Gedichte schrieb, Karl Marx die umfassendste Gesellschaftskritik, Franz Kafka die schönsten Romane und Kurt Tucholsky die bissigsten politischen Kommentare. Was heißt hier „Überfremdung“? Selbst die Nazis konnten die „Lorelei“ nicht verbieten. Urdeutscher könnte der Beitrag dieser Juden zur deutschen Kultur nicht gewesen sein.” Den Artikel weiter lesen 

4) Im Ententeich – Redaktionsblog  Das Behagen an der Unkultur (Von Thierry Chervel)

„Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag, taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden "Fundamentalismus der Aufklärung" bloßzulegen. In einer ganzen Flut von Artikeln zurren sie ihn fest und pieken ihn, wie das Zwergenvölkchen bei Swift. Broder, schrieb Thomas Assheuer in der Zeit, "gibt sich stets Mühe, lustig zu schreiben, aber er meint es bitterernst". Das ist der Unterschied: Seine Gegner sind nicht mal lustig.“ Weiter lesen auf perlentaucher.de

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 26. January 2010 )
 
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